Rede – Bea Busch

BEA

Mein Name ist Bea Busch und ich bin Schalkerin, seitdem ich Fußball denken kann.

Ich gebe zu, ich fühle mich hier vorne ein wenig verloren, aber besser ICH fühle mich verloren, als dass MEIN SCHALKE verloren geht.

Wer unser Schalke von der Vorstandsetage aus leiten will, darf getrost auch einmal auf diejenigen hören, für die UNSER Schalke eine ganze Welt bedeutet. Das wäre ein Miteinander auf Augenhöhe! Genau SO wollen wir ja in unserem Verein miteinander umgehen: respektvoll, tolerant, im Dialog und auf Augenhöhe!

Respektvoll…ist es respektvoll, wenn seitens der Vereinsleitung die treuesten Fans als Folkloregruppe angesehen werden, die ein Heimspiel zum Event machen? Ich nenne es respektlos…denn WIR SIND SCHALKE!

Tolerant…ist es tolerant, wenn unsere Wünsche und Vorstellungen ignoriert und mit Füßen getreten werden? Wenn zum Schutze eines eventuellen künftigen Sponsors eigene Mitglieder widerrechtlich vom Vereinsgelände und aus ihrem eigenen Tempel gejagt werden?

Dialog…kann man es als Dialog bezeichnen, wenn wir Fans Vorschläge erarbeiten, darüber diskutieren wollen…der Dialog aber einseitig abgebrochen wird und in einem Sicherheitskonzept endet, wie Sie, Herr Peters, es federführend aufgestellt und unterzeichnet haben? Wir Fans haben mit unserer 12:12-Aktion darauf reagiert. Haben Sie, Herr Peters, diese Minuten genossen? WIR nicht, weil WIR Schalke sind.

Noch.

Schalke soll eine MARKE werden. Unser Lebensinhalt, zusammengeschrumpft auf EINE MARKE! Sicher, auch wenn wir Fans noch so blauäugige Fußballromantiker sind, wissen wir dennoch, dass alle Fußballclubs mehr und mehr zu Wirtschaftsunternehmen werden MÜSSEN, um materiell gesehen fortbestehen zu können. Doch wir Fans sind das kostbarste Gut, das unser Verein besitzt. WIR sind Schalke und haben unseren Club zu dem gemacht, was er heute ist! Anders als alle anderen…ein Verein mit Mythos und Legende!

Und plötzlich sah ich mein Schalke nicht mehr, weil einer daVORSTAND!

Unser Vorstand, der sich laut Leitbild, das er ja angeblich LEBT, seiner sozialen Verantwortung bewusst ist, schließt einen Pakt mit einer Abzockerbörse, wie es kaum eine zweite gibt!!! Genehmigt einen hundertprozentigen Aufschlag auf die Ticketpreise, die sich viele von uns ohnehin schon nicht mehr leisten können! WIE, Herr Jobst, vereinbart sich das? VIAGOGO… europaweit als unseriöses Unternehmen mit übelsten Geschäftspraktiken bekannt…ich bringe es nicht fertig, DIESEN Namen in einem Atemzug mit dem meines geliebten Vereins zu nennen! Und SIE bringen es fertig, mit diesem Unternehmen eine PARTNERschaft zu schließen!

Unser Aufsichtsrat, mit unseren Stimmen gewählt, ratifiziert diesen Deal, – mit Bauchschmerzen zwar und wohl wissend, welchen Aufschrei es an der Fanbasis  geben wird. Man brüskiert und ignoriert diejenigen, mit denen man angeblich den Dialog auf Augenhöhe sucht – zugunsten einer Abzockerbörse. Der Imageschaden, der unserem Verein damit zugefügt wird, lässt sich nicht in Euro und Cent ermessen und erst recht nicht der Schaden, der unserer Schalker Seele damit zugefügt wird. Und dennoch werde ich Sie, sehr geehrte Herren in Vorstand und Aufsichtsrat, dafür zur Verantwortung ziehen. Ich kann, will und werde Ihnen daher keine Entlastung erteilen!

Wir, die Kleine Gruppe 2.0, genannt  viaNOgo, versuchen seit geraumer Zeit mit Unterstützung Tausender Schalker, die sich uns angeschlossen haben, Sie zum Nachdenken zu bewegen. Was tun SIE? SIE hören nicht zu!

Noch einmal in aller Deutlichkeit: Wir LIEBEN unseren Kumpel- und Malocherclub, das Schalke, das wir von unseren Vätern geerbt haben und für dessen Tradition WIR uns in der Verantwortung sehen. Wir LIEBEN Schalke.

IHR Motto, dass Sie sich gegeben haben und das allerorten werbewirksam auftaucht, lautet: WIR  LEBEN SCHALKE . Und was tun Sie? Sie zerstören Schalke! Sie zerstören DAS, was UNS heilig ist!

Nicht zuletzt durch Ihren Pakt mit viagogo.

WIR werden weiter kämpfen, denn für uns gilt UNSER ZIEL: STOPPT DEN DEAL!!!

 

Glückauf.

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