Ein Schritt nach dem anderen

Wir möchten Euch heute wie versprochen über die neuesten Entwicklungen in Sachen
viaNOgo informieren. Es ist einiges in den letzten Tagen passiert, wobei wir in erster Linie Gesetzestexte gewälzt haben, was normalerweise sicher nicht zu unseren Lieblingsbeschäftigungen gehört.

Wie Ihr bereits der Presse (etwa RevierSport) entnehmen konntet, sind alle von Mitgliedern eingereichten Anträge zur Schalker Jahreshauptversammlung vom Aufsichtsrat pauschal und ohne Begründung abgelehnt worden. Dies ist ein Vorgang, den es in dieser Form in der Schalker Vereinsgeschichte wohl noch nie gegeben hat. Dabei hatten gar nicht mal alle Anträge das Thema „viagogo“, es waren auch völlig andere Themen dabei, dennoch wurde auch hier pauschal und ohne Begründung abgelehnt.

Wir sind allerdings inzwischen zu der Auffassung gekommen, dass die Ablehnungen Formfehler beinhalteten und daher als ungültig zu betrachten sind. Um also die Anträge dennoch auf der Jahreshauptversammlung am 29. Juni zur Abstimmung zu bekommen, haben wir beim Ehrenrat um internen Rechtsschutz gebeten (die Briefe sind z.T. noch per Einschreiben unterwegs). Dies bedeutet, dass der Ehrenrat nun prüfen soll, ob der von uns so aufgefasste Formfehler dazu führt, dass die Anträge doch noch zur Abstimmung kommen. Die weiteren juristischen Spitzfindigkeiten ersparen wir Euch besser an dieser Stelle, dennoch ein paar Worte wozu wir das so machen.

Nun, zunächst einmal hat ein zur Abstimmung freigegebener Antrag den Vorteil, dass er bei einer Zustimmung mit absoluter Mehrheit (einfache Stimmenmehrheit) als genehmigt gilt. Man kann zwar auch einen nicht zur Abstimmung freigegebenen Antrag zur Abstimmung bringen, dafür benötigt man aber zunächst eine Zweidrittelmehrheit. Die Chancen stehen also ganz einfach besser, wenn man den Antrag zur Abstimmung freigegeben hat.

Was passiert nun? Der Ehrenrat wird sich jetzt mit der o.g. Prüfung befassen. Ende offen. Lenkt der Ehrenrat ein, so werden die Anträge auf der Jahreshauptversammlung zur Abstimmung gegeben. Lenkt der Ehrenrat nicht ein, so beabsichtigen wir weitere Schritte zu gehen.

Unsere Satzung sieht nach einer Ablehnung eines Antrags vor, dass der Aufsichtsrat dem Antragsteller für ein persönliches Gespräch zur Verfügung steht, um ggf. noch eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen. Selbstverständlich werden wir diese Treffen im Laufe der Woche – soweit sie sich bei jedem einzelnen terminlich einrichten lassen – auch wahrnehmen. Eine große Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung haben wir aber nicht. Dennoch gebietet es der Anstand und der gute Wille diese Treffen wahrzunehmen, möglicherweise werden uns dann auch Gründe für die Ablehnung vorgetragen.

Daneben gab es am letzten Samstag noch ein persönliches Gespräch mit Marketing-Vorstand Alexander Jobst zum Vertrag mit viagogo. Das Protokoll ist noch nicht endabgestimmt, insofern sind wir hierzu noch nicht auskunftsfähig. Wir werden dies nachholen, sobald ein abgestimmtes Protokoll vorliegt.

Heute wurde zudem bekannt, dass das OLG Hamburg ein Urteil gefällt hat. Geklagt hatte der Hamburger SV gegen den Kartenhändler „Seatwave“, deren Geschäftsmodell ganz ähnlich dem von viagogo ist. Und obwohl der Hamburger SV sich auf Druck seiner Mitglieder inzwischen von viagogo losgesagt hat, hat allein die Tatsache, dass man einmal vertraglich miteinander verbunden war, die Rechtsgrundlage entzogen, gegen „Zweitmarktanbieter“ vorzugehen. Die Klage des Hamburger SV wurde daher abgelehnt. Übertragen auf die Situation des FC Schalke 04 bedeutet dies, dass man bei einer bestehenden Kooperation mit viagogo nicht gegen andere Zweitmarktanbieter vorgehen kann. Damit wären auch dem Schwarzmarkt auch auf Schalke Tür und Tor geöffnet. Und die Ankündigung von Herrn Jobst, gegen andere Tickethändler im Internet vorzugehen, wäre ebenfalls null und nichtig. Na, Bravo!

Doch es ist noch nicht zu spät! Wir werden weiter dafür kämpfen, dass der Vertrag mit viagogo aufgelöst wird.

Unser Ziel: Stoppt den Deal!

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