Charakterschwäche hat einen Namen

Die Vereinsleitung reißt sich selbst die Maske vom Gesicht

Was tut ein Mensch, der keinen Widerspruch duldet? Er lässt andere Meinungen nicht gelten und lässt die Vertreter einer anderen Meinung am besten gar nicht sprechen.

Was tut ein Mensch, der keinen Widerspruch duldet, aber langsam merkt, dass sie öffentliche Meinung sich zu seinen Ungunsten dreht? Er inszeniert ein Schauspiel, das einem Außenstehenden das Bild einer funktionierenden Demokratie, Aussprache und Diskussion eingeschlossen, vermittelt.

Gibt es nicht, denkt Ihr? Gibt es doch, sagen wir!
Die Realität überholt die Theorie gerade gnadenlos.

Die Vereinsoberen des FC Schalke 04 zeigen der Welt, wie verständnisvoll sie mit ihren Fans umgehen. Eine Auswahl handverlesener Fanclubvertreter wird eingeladen, um im engen Kreis, über die Partnerschaft mit „viagogo“ informiert zu werden.

Man braucht nicht allzu viel Phantasie, um sich die Tagesordnung vorzustellen. Nur Vorteile, wohin das Auge auch blickt.

Den Mumm, diejenigen einzuladen, die seit Wochen und Monaten den Kampf gegen „viagogo“ aufgenommen haben, Argumente gegen den Deal formulieren und eine große Menge an Fans bereits hinter sich geschart haben – hat der Verein nicht.

Wundert es uns? Eigentlich nicht. Die Vereinsleitung hat bisher auf der ganzen Linie enttäuscht. Keine Gesprächsbereitschaft, keine (Unternehmens-)kultur, keine Kompromissbereitschaft. Stattdessen werden die Gegner von „viagogo“ kriminalisiert (z. B. Stadion-Tagesverbote) und ausgegrenzt, wo es nur geht.

Wäre die Vereinsspitze unser Team auf dem grünen Rasen, müsste man ohne Vorbehalte für die Zweite Liga planen. Ein Armutszeugnis.

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