Zwischenfälle beim Spiel gegen Hoffenheim

Die Spieler des FC Schalke treten gegen Hoffenheim erfolgreich gegen den Ball.
Der Verein tritt zur gleichen Zeit die Rechte der Mitglieder mit Füßen.

Ein kleiner Schritt für den Ordnungsdienst, ein großer Schritt gegen
die Rechte der Vereinsmitglieder

Das Ergebnis des Spiels gegen Hoffenheim muss man wohl als Arbeitssieg bezeichnen. Die wahren Fußballfans bemühen gern das Bild des „abzuputzenden Mundes“ und des Blicks nach vorn.

Und doch ist an diesem eher unauffälligen Samstag etwas passiert, was nicht so einfach zu
verdrängen sein wird: Die Reaktion des Vereins auf Fans, die ein Informationsblatt verteilt haben, um über die Hintergründe, die Details und die Auswirkungen des Deals des FC Schalke mit „viagogo“ zu informieren.

Der Flyer wurde bei genauerer Betrachtung aber vor allem deswegen verteilt, weil Vereinsmitglieder Unterschriften sammeln, für die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Die Satzung des FC Schalke 04 weiß, dass das höchste Organ des Vereins die Mitgliederversammlung ist.

Mit welchem Recht, so fragt sich der Betrachter, verbietet der Vorstand des Vereins, der ja nur die Geschäfte des Vereins führt, seinen Mitgliedern die Durchführung einer solchen Aktion auf dem Gelände des Vereins und damit auf dem Gelände der Mitglieder?

Fakt ist: Der Vorstand tut es dennoch und verhindert damit, dass Mitglieder des Fußballclubs satzungsgemäße Rechte wahrnehmen können. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und schließt einige der aktiven Mitglieder vom Spiel aus, obwohl diese eine gültige Eintrittskarte besitzen.

Der Verweis auf das Hausrecht mag im ersten Moment schlüssig klingen, bei näherem Hinschauen wird jedoch klar, dass der Vorstand derart massiv und eklatant in die Rechte der Vereinsmitglieder eingreift, dass sich der Laie wundert und der Fachmann aus dem Staunen nicht mehr herauskommt.

„Das ist“, und damit meinte Finanzvorstand Peter Peters Schalke 04, „hier keine Demokratie“. Diesen programmatischen Satz hat Peters im Kartenausschuss vor Zeugen gesagt. Doch, das ist es. Denn: Undemokratische Vereinsregelungen sind in Deutschland gar nicht möglich.

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