„Kommando 102“ lehnt neue Ticketbörse ab

Schalke-Fanclub: Karten werden zum Spekulationsobjekt

WALTROP. (mawe) Der Waltroper Schalke Fanclub „Kommando 102“ ist sauer auf die eigene Vereinsführung. Der Fanclub mit Stefan Oberkönig an der Spitze protestiert energisch dagegen, dass der Fußball-Bundesligist zum 01. Juli einen Vertrag mit der Ticketbörse „Viagogo“ geschlossen hat.

Die Waltroper Schalke-Fans erwaten von diesem Vertrag eine Reihe von Nachteilen für die Anhänger des Vereins, vor allem steigende Preise. Sie fordern alle Schalke-Mitglieder auf, sich auf einer Internetseite einzutragen, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu erwirken.
Zum Hintergrund: In der Winterpause hat die Schalker Vereinsführung einstimmig in Vorstand und Aufsichtsrat einen Vertrag mit der Online-Ticketbörse „Viagogo“ beschlossen. Sie wird ab Juli offizieller Ticketpartner von Schalke 04. Dies spült dem Verein drei Jahre lang 1,2 Millionen Euro jährlich in die Kassen. Im Gegenzug erhält „Viagogo“ von Schalke pro Saison zu zehn ausgewählten Spielen je 300 Karten. Die Spiele bestimmt der Verein. Zusätzlich geht die bestehende 1:1 Kartentauschbörse von Schalke 04 an „Viagogo“ über.
Dort soll es dann ab dem Sommer jedem möglich werden, seine Tickets mit einem Aufpreis von maximal 100 Prozent anzubieten. Hinzu kommen Gebühren in Höhe von zehn Prozent für den Verkäufer und 15 Prozent für den Käufer.

Fanclub-Verband ist keine Hilfe

Die offizielle Begründung des Vereins, man habe nicht die Ressourcen, um den Schwarzmarkt effektiv zu bekämpfen und wolle den „Zweitmarkt“ mit Hilfe eines autorisierten Online-Händlers kontrollieren, halten die Waltroper Schalke-Fans für absurd. Noch im Mai 2012 habe der Verein verbreitet, gewerbliche Händler sollten keine Chance haben, sich an S04-Tickets zu bereichern.
„Schalke versucht offensichtlich, die bisherige Kartenstruktur komplett zu wandeln, langfristig den Kartenmarkt zu öffnen, den Handel mit Karten Stück für Stück zu liberalisieren sowie die Preisschraube durch die Gesetze des freien Marktes hochzudrehen“, kritisiert der Waltroper Fanclub. Dauerkarten würden zu Spekulationsobjekten.
Ein weiterer Kritikpunkt: „Das Publikum wird sich verändern. Stadionbesucher mit geringerem Einkommen oder unliebsame Besucher werden langfristig aus der Arena gedrängt.“ Was Stephan Oberkönig besonders sauer aufstößt: „Das widerspricht dem DFL-Sicherheitskonzept. So wird es viel schwieriger zu kontrollieren, ob zum Beispiel Leute mit Stadionverbot doch ins Stadion kommen.“ Der sonst ungeliebte Revier-Nachbar, Borussia Dortmund, habe mit guten Gründen eine Zusammenarbeit mir „Viagogo“ abgelehnt. Trotz massiver Proteste fühlt sich der Waltroper Fanclub vom Fanclubverband SFCV im Stich gelassen, der sich in seiner Argumentation auf Vereinsseite stellt.

@ Die Protestseite im Internet: http://www.vianogo.de

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