SIEHSSE, HÖRSSE, MEINSSE? Das SCHALKE UNSER-Interview

„Wir kämpfen gegen den Pakt mit dem Teufel!“

(rk) Schalke 04 hat sich entschlossen, den Schwarzmarkt zu bekämpfen, indem ein sogenannter „Zweitmarkt“ etabliert wird. Tickets sollen demnach ab der nächsten Saison ganz legal über den Exklusivpartner „viagogo“ weiter veräußert werden dürfen. Die vereinseigene Online-Ticketbörse wird im Gegenzug dicht gemacht. Diese Entscheidung hat zu großem Unmut unter den Schalke-Fans geführt. SCHALKE UNSER sprach daher mit den beiden Aktivisten FRANK ZELLIN und MICHAEL ECKL, die eine außerordentliche Mitgliederversammlung anstreben.

SCHALKE UNSER:
Frank und Michael, Ihr habt eine Unterschriftenaktion unter den Mitgliedern des FC Schalke 04 gestartet, mit dem Ziel, eine außerordentliche Mitgliederversammlung zum Zwecke der Abstimmung über die Kooperation mit viagogo herbeizuführen. Was sagt Euer Briefträger denn dazu?

MICHAEL ECKL:
Der hat eine Erschwerniszulage beantragt (lacht). Im Ernst: Die Resonanz auf die Aktion ist überwältigend! Wir haben zum Stand Anfang Februar eine deutlich vierstellige Zahl an Rückmeldungen aus ganz Deutschland erhalten, die uns unterstützen oder einfach nur Mut machen und viel Glück wünschen wollen. Gerade wenn man bedenkt, dass es bislang noch keine konzertierte Sammelaktion im Stadion gab und fast alles über Mund-zu-Mund-Propaganda im Internet lief, sind wir bereits auf einem sehr guten Weg. 95 Prozent aller Stimmen kamen bis dato auf dem Postweg und dies ist sehr beachtlich. Unser Ziel bleiben 12.000 plus x Stimmen, auch wenn wegen der zahlreichen minderjährigen Mitglieder, die leider nicht stimmberechtigt sind, weniger ausreichen würden. Dafür nehmen wir gerne eine Heidenarbeit in Kauf.

SCHALKE UNSER:
Wann ist denn bei Euch die Entscheidung für diese Aktion gereift?

FRANK ZELLIN:
Wir sind beide Mitglied im Kartenpreisausschuss, der nach der letzten Jahreshauptversammlung eingerichtet wurde, um die „moderaten Preisanpassungen“ zu überarbeiten. Nach der ersten Sitzung des Gremiums kamen jedoch monatelang weder das zugesagte Protokoll noch die erbetenen Informationen. Stattdessen wurde genau einen Tag nach dem letzten Heimspiel der Hinrunde der Deal mit viagogo bekannt gegeben. In der zweiten Sitzung des Ausschusses am 17. Januar mussten wir dann endgültig einsehen, dass Vorstand und Aufsichtsrat den im Leitbild postulierten „Dialog auf Augenhöhe“ nicht ernst nehmen. Peter Peters hat kalt lächelnd darauf verwiesen, dass Schalke halt keine Demokratie sei und die verantwortlichen Gremien das nun einmal so beschlossen hätten. An diesem Punkt wussten wir: Schalke mag keine Demokratie sein, aber wir sind ein eingetragener Verein – und es gilt mit der außerordentlichen Mitgliederversammlung auch zu zeigen, dass die Mitglieder das wichtigste Gut und das höchste Gremium des Vereins sind.

SCHALKE UNSER:
Der Verein argumentiert damit, dass man den Schwarzmarkt in den letzten Jahren nicht in den Griff bekommen hätte und dies auch zukünftig nicht passieren würde. O-Ton Peter Peters: Die Karten würden ja eh teurer verkauft, also können wir auch etwas daran mitverdienen. Eine Bankrotterklärung? Oder anders gefragt: Warum ist eBay schlecht und viagogo gut?

MICHAEL ECKL:
Ja, in unseren Augen ist das eine Bankrotterklärung, wenn beide Vorstände auf der zweiten Sitzung des Kartenpreisausschusses erklären, man könne den Schwarzmarkt nicht mehr bekämpfen und habe sich deshalb den größten Zweitmarktanbieter ins Boot geholt. Bislang hat der Verein sich immer gegen überhöhte Ticketpreise ausgesprochen und etwa am 3. Mai 2012 auf der Homepage vor Schwarzhandel gewarnt und selbst kleinste Zuwiderhandlungen mit Vertragsstrafen verfolgt. In Absatz 5.1. der Schalker Allgemeinen Geschäftsbedingungen steht noch immer, dass es verboten ist, „Tickets zu einem höheren als dem Verkaufspreis des Veranstalters zu veräußern“ – dies soll nun durch eine „lex viagogo“ geändert werden, so dass dort künftig ein 100-prozentiger Aufschlag legal ist. Wir glauben zum einen, dass dies wettbewerbsrechtlich nicht zulässig ist; zum anderen wird damit dem Schwarzmarkt auch auf anderen Plattformen Tür und Tor geöffnet, weil der Verein ja explizit gesagt hat, dass noch überhöhtere Preise auf andere Plattformen wie ebay oder seatwave ebenfalls nicht mehr verfolgt werden. Wobei wir uns nicht sicher sind, ob der Verein in dieser Sache überhaupt schon selber weiß, was er will. Wir haben verschiedene Aussagen, in denen erst der Zweitmarkt legalisiert werden soll, da man ihn nicht mehr bekämpfen kann, aber in der nächsten Stellungnahme heißt es dann wieder, der Zweitmarkt bleibt bis auf viagogo illegal.

SCHALKE UNSER:
Wir haben bislang noch keinen Schalke-Fan gesprochen, der dem viagogo-Deal positiv gegenüber steht. Wie sind Eure Erfahrungen aus den Gesprächen mit den Fans?

FRANK ZELLIN:
Ganz ähnlich – es gibt zwar einige Fans, die zunächst meinen, dass sie als Dauerkarteninhaber nicht von viagogo betroffen sind, aber wenn wir den Deal und die Rahmenbedingungen schildern, ist eine überwältigende Mehrheit dagegen. Wenn sich bereits der für durchaus saftige Preise bekannte HSV scheut, diesen Geschäftspartner ins Boot zu nehmen, darf der selbsternannte „Kumpel- und Malocherclub“ nicht vorneweg marschieren, um ihn auf Kosten seiner Fans salonfähig zu machen. Bei den Fantreffen fielen harte Worte wie „Pakt mit dem Teufel“, „auch wenn es mir dreckig geht, gehe ich nicht auf den Strich“ oder „das ist ein Schlag in die Fresse und ein Tritt in die Eier“.

SCHALKE UNSER:
Welche Rahmenbedingungen zum viagogo-Deal sind Euch bislang bekannt?

MICHAEL ECKL:
viagogo erhält pro Saison zu zehn vom Verein zu bestimmenden Heimspielen, bei denen keine Vollauslastung zu erwarten ist, 300 Tickets der teureren Preiskategorien 1 und 2; Stehplatztickets sollen dabei ebenso ausgeschlossen sein wie Topspiele und Auswärtskarten. Diese Tickets dürfen sie mit einem maximal hundertprozentigen Aufschlag, also doppelt so teuer, weiterveräußern. Schlimmer noch ist, dass die vereinseigene Ticketbörse, wo Karteninhaber bislang zum Selbstkostenpreis tauschen konnten, ebenfalls vollständig an viagogo übergeht, so dass auch von Inhabern eingestellte Karten nur mit Gebühren, Versandkosten und bis zu 100 Prozent Aufschlag weitergegeben werden können. Die derzeit saftigen Gebühren (10 Prozent des erzielten Preises vom Verkäufer und 15 Prozent plus Steuer vom Käufer) werden angeblich ab dem Vertragsbeginn am 1. Juli gedeckelt, ohne dass sich bislang jemand auf eine Summe festlegen konnte oder wollte. Wir fragen uns schon von Anfang an, wenn der Verein alles veröffentlicht und wenn diese Deckelung schon verabredet ist, wieso dazu dann keine klare Aussage erfolgt. Der Verein erhält dafür 3,6 Millionen Euro für drei Jahre. Also für angesichts des Gesamtumsatzes vergleichsweise läppische 1,2 Millionen Euro jährlich hat der Verein seine Seele und seine Fans verkauft.

SCHALKE UNSER:
Eingestielt wurde die Kooperation bekanntlich durch den Schalker Marketing-Vorstand Alexander Jobst. Zugestimmt hat aber auch der komplette Aufsichtsrat, darunter der Vertreter des Schalker Fanclubverbands (SFCV) Rolf Rojek. Wie passt das zusammen, dass eine große Mehrheit der Schalke-Fans den viagogo-Deal ablehnt, der Fan-Vertreter im Aufsichtsrat aber zugestimmt hat?

FRANK ZELLIN:
In unseren Augen passt das gar nicht zusammen und wir fragen uns ernsthaft, wo die Fanvertretung der überwältigenden Mehrheit der SchalkeFans sein soll. Im Rahmen des Gesprächs beim SFCV am 31. Januar wurde dann ja auch deutlich, dass der Aufsichtsrat den Deal mit schönen Worten vorgestellt bekam und ihn in derselben Sitzung abgenickt hat, ohne sich schlau zu machen. Der Eindruck, dass der SFCV mehr Vereins- als Faninteressen vertritt, wird auch durch das Verhalten gegenüber unserer Aktion bestätigt: Statt alle angeschlossenen Fans zumindest zu informieren, damit sie sich selbst ein Bild machen können, ob sie die Aktion mit ihrer Unterschrift unterstützen wollen, haben es mehrere der angeschriebenen Bezirksleiter mit zum Teil sehr unfreundlichen Worten glattwegs abgelehnt, unseren Infoflyer weiterzuleiten. Wir sind der Meinung, dass diese Vorzensur nicht Aufgabe einer Fanvertretung ist. Aus ähnlichen Gründen sind ja auch die Ultras Gelsenkirchen aus dem Schalker Fanclubverband ausgetreten.

SCHALKE UNSER:
Bei einer Aussprache Ende Januar stellten sich auf Einladung des Schalker Fanclubverbands die Aufsichtsräte Rolf Rojek, Uwe Kemmer, Armin Langhorst und Ingolf Müller der Diskussion. Sinngemäß hieß es von Seiten dieser Aufsichtsräte, man könne jeden verstehen, der dem Deal kritisch gegenüberstehe, aber man hätte – wenn auch mit großen Bauchschmerzen – „im Sinne des Vereins“ gehandelt.

MICHAEL ECKL:
Im Sinne des Vereins? Der Sinn von Schalke ist wohl vielmehr nur Gewinnmaximierung um jeden Preis. Der viagogo-Deal hat den bereits seit längerer Zeit bestehenden Eindruck, dass es nur noch auf die finanziellen Auswirkungen eines Geschäfts ankommt und andere Werte zweitrangig sind, fatal bestätigt. Alle anderen im Leitbild genannten Werte wie soziale Verantwortung des „Kumpel- und Malocherclubs“ oder offener, respektvoller Dialog werden bedenkenlos über Bord geworfen. Wenn man dann noch hört, dass der Aufsichtsrat trotz des bundesweit bekannten Protests beispielsweise der HSV-Anhänger dem Deal in nur einer Sitzung zugestimmt hat, ohne sich wenigstens Bedenkzeit zu erbeten und die Meinungen der Vereinsmitglieder einzuholen, stimmt einen das traurig, zumal zwei der Aufsichtsräte in ihren Wahlreden noch explizit gesagt hatten, der Aufsichtsrat müsse sich etwa in Kartenpreisfragen stärker einmischen. Dafür werden sich die Betreffenden bestimmt noch an anderer Stelle rechtfertigen müssen, dies ist jedoch im Moment nicht unsere Aufgabe, sondern einfach traurige Tatsache, dass sie die Fans nicht mit ins Boot genommen haben.

SCHALKE UNSER:
„Schalke ist keine Demokratie, in der jeder alles mitbestimmen kann“, soll Peter Peters auf der Sitzung des Kartenausschusses Mitte Januar verkündet haben.

FRANK ZELLIN:
Ja, wir waren wie alle anderen Mitglieder schlicht entsetzt, als wir das gehört haben. Und wenn er dann noch durchblicken lässt, dass die verantwortlichen Gremien das halt so entschieden hätten und wir froh sein müssten, dass er sich überhaupt herablässt, es zu erklären, reifte wie schon gesagt der Entschluss, die Mitgliederversammlung als oberstes Gremium jedes Vereins in Erinnerung zu rufen. Wenn grob gegen das Leitbild und seine Werte verstoßen wird, das sich der Verein ja selbst auferlegt hat, ist es unserer Meinung nach die Pflicht der Mitglieder, sich dagegen zu wehren. Nicht wir müssen dankbar sein, dass Peter Peters mit uns spricht; er sollte dankbar sein, für diesen Verein arbeiten zu dürfen.

SCHALKE UNSER:
Damit sind wir beim Kommunikationsverhalten des Vereins. Alexander Jobst verkündete auf Sky, die Entscheidung mit den Fans diskutiert zu haben.

MICHAEL ECKL:
Herr Jobst hat uns auch im selbigen Interview als Lügner hingestellt, was wir aber sofort richtig gestellt haben. Diskutiert? Er hat eher versucht, sich zu rechtfertigen. De facto war es nur eine Informationsveranstaltung, bei der die Entscheidung nicht mehr diskutabel war. Es wurde ständig betont, dass man nun einmal so entschieden habe.

SCHALKE UNSER:
Obwohl die Kooperation mit viagogo erst ab der kommenden Saison läuft, werden bereits jetzt Veräußerungen über diese Plattform trotz Verstoßes gegen die aktuell gültigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen vom Verein nicht mehr weiter verfolgt und geahndet. Bereits heute sind mehrere absurd überhöhte Angebote bei viagogo bekannt, darunter ein Angebot über vier Tickets für das Spiel gegen Galatasaray Istanbul für 1700 Euro). Alexander Jobst lehnt eine Anzeige ab, weil ein Vertrag mit dem Partner bestehe.

FRANK ZELLIN:
So hat er es jedenfalls wörtlich einem Fragesteller im Ausschuss, der beruflich im Bereich der Strafverfolgung tätig ist und sich als Zeuge angeboten hat, gesagt. Im Sky-Interview klang es dann schon wieder ganz anders, aber dies ist für uns ebenso wie die geplante Änderung der AGB bloß ein untauglicher Versuch, mit Lippenbekenntnissen die zu Recht über die Legalisierung des Schwarzmarkts erhitzten Gemüter zu beruhigen.

SCHALKE UNSER:
Bei Streitigkeiten im Verein insbesondere auch zu Vorstands- und Aufsichtsratsentscheidungen – und dabei handelt es sich hier ja wohl – sollte satzungsgemäß der Ehrenrat eingeschaltet werden. Seid Ihr schon mal auf Dr. Paziorek oder Pfarrer Dohm zugegangen?

MICHAEL ECKL:
Wir haben es kurz angedacht, aber die Durchführung eines Verfahrens mit dem Ehrenrat ist nicht Voraussetzung für einen Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. So steht es auch nicht in der Satzung, da ist es nur als Voraussetzung vor der Beschreitung des ordentlichen Rechtsweges genannt. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist ein in § 37 I BGB garantiertes Recht der Mitglieder, das kann man in der Satzung nicht ausschließen oder einfach zwingend den Ehrenrat vorschalten.
Außerdem wollen wir nicht geltend machen, dass der Vorstandsbeschluss in Sachen viagogo ungültig sei. Das ist er nämlich nicht, auch wenn es schön wäre. Im Gegenteil: Uns und so ziemlich alle ehrlichen Schalker stört, dass er gültig ist und deshalb wollen wir die außerordentliche Mitgliederversammlung, die durch Nichtentlastung des Vorstands und Aufsichtsrats deutlich macht, dass sie dagegen sind und den Vereinsorganen damit ins Stammbuch schreiben, dass sie wie der Vorstand des HSV versuchen sollen, das Ding umgehend zu kündigen. Gerne können wir dem Verein eine viel adäquatere und einfachere Einnahmemöglichkeit bieten, die ungefähr den gleichen Umsatz bringt, aber dafür müsste der Verein mit uns reden und uns versichern, diesen Wahnsinn zu stoppen.

SCHALKE UNSER:
Beim Hamburger SV hat man bekanntlich mit dem Partner viagogo keine guten Erfahrungen gemacht. Auf Drängen der HSV-Fans wurde die Zusammenarbeit inzwischen wieder eingestellt. Auch beim Rest der Bundesliga hört man fast nur negative Stimmen. Erfahrungsberichte und Bewertungen von viagogo-Kunden sprechen ebenfalls eine eindeutige Sprache. Sind Eurer Meinung nach diese Referenzen bei der Entscheidung des Aufsichtsrats berücksichtigt worden?

FRANK ZELLIN:
Wir können uns nicht vorstellen, dass der Aufsichtsrat dann so schnell und einstimmig alles abgesegnet hätte.

SCHALKE UNSER:
Diskussionen unter den Fans zeigen sehr eindeutig, dass der viagogo-Deal von Grund auf abgelehnt wird. Wird denn überhaupt Eurer Ansicht nach irgendein Fan die viagogo-Plattform nutzen oder wird das zum Rohrkrepierer, weil die Plattform als „geächtet“ gilt?

MICHAEL ECKL:
Das wird eine interessante Frage sein, es wird sicher viele Schalker geben, die ihre Karten lieber verschenken oder verfallen lassen, als andere Schalker über viagogo abzuzocken. Aber durch den Wegfall der vereinseigenen Plattform oder zu Topspielen werden dort sicher nicht wenige Karten den Besitzer wechseln. Auch durch gezielte Werbekampagnen auf der Website unseres Vereins oder Bandenwerbung usw. werden viele Karteninhaber immer mehr auf diesen Partner hingewiesen und dadurch in Versuchung gebracht werden. Durch die dauernden Kartenpreiserhöhungen bzw. „Anpassungen“ wird bestimmt der eine oder andere Schalker versuchen, sich auf diesem, ab 1. Juli legalen, Weg sein Geld wiederzuholen.

SCHALKE UNSER:
Die Aktion lastet auf Euren beiden Schultern. Die etablierten Fanorganisationen wie Supportersclub, Ultras GE oder Schalker Fan-Initiative stehen dem viagogo-Deal ebenfalls äußerst kritisch gegenüber. Seid Ihr zu denen auch in Kontakt getreten, um für Unterstützung für Eure Aktion zu werben?

FRANK ZELLIN:
Zunächst sind wir als Einzelkämpfer gestartet (lacht), aber mittlerweile sind die Fanorganisationen natürlich im Bilde. Wir hätten uns sicher gewünscht, dass „unser“ Supportersclub, in dem wir beide seit vielen Jahren Mitglied sind, uns offiziell unterstützt, aber dazu fehlte dem Vorstand wohl leider der Mut. Wir erhalten dafür aber von ganz vielen anderen Fanclubs und Mitgliedern Zuspruch und Unterstützung.

SCHALKE UNSER:
Man kann den viagogo-Deal für juristisch und ethisch höchst fragwürdig halten. Daneben gibt es aber auch noch andere Fragen, die für die Sozialverträglichkeit des „Kumpel- und Malocherclubs“ wichtig sind, wie etwa die Frage, ob Dauerkarten nicht in zwei Raten abgebucht werden könnten oder wie das „Tausend-Freunde-Sozialticket“ gestaltet wird. Wie ist Eure Meinung dazu?

MICHAEL ECKL:
Das stimmt natürlich – und wir hoffen sehr, dass die geplanten Kleingruppen des Kartenpreisausschusses in diesen Punkten etwas erreichen können. Wir haben aber nach der letzten Kartenausschusssitzung unsere Konsequenzen gezogen und werden, solange so mit uns Fans und Mitgliedern umgegangen wird, nicht mehr an diesem teilnehmen. Wir befürchten aber für die Zukunft, dass Peter Peters alles, was nicht die eingeplanten Mehr-
einnahmen erbringt, schlichtweg ablehnt und maximal Umverteilungen zulässt, die dann wieder zu Lasten anderer Schalker gehen müssen.

SCHALKE UNSER:
Der FC Schalke 04 ist nach eigenem Bekunden sicher nicht gewillt, die Kooperation zu lösen. O-Ton Peter Peters und Alexander Jobst: „Der Deal steht.“ Was passiert, wenn die außerordentliche Mitgliederversammlung nicht zustande kommt?

FRANK ZELLIN:
Dann werden wir auf Basis der hoffentlich vielen tausend Stimmen gegen viagogo das Thema in der ordentlichen Mitgliederversammlung ansprechen und über weitere Protestmaßnahmen nachdenken.

SCHALKE UNSER:
Was muss ich tun, um mich an Eurer Unterschriftenaktion zu beteiligen, wo findet man entsprechende Formulare?

MICHAEL ECKL:
Alle Informationen, Email-Adressen und das Unterschriftenformular sind auf unserer Internetseite http://www.schalkegegenviagogo.wordpress.com zu finden. Wir für Euch und Ihr für uns GEmeinsam gegen viaNOgo.

SCHALKE UNSER:
Frank und Michael, vielen Dank für die offenen Worte. Wir wünschen viel Erfolg bei Eurer Aktion. Glückauf.

Erschienen im Schalker Unser Nr. 77

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