Erlebnisbericht von gestern

Am 23.2. 2013 um 4.30h in Mertesdorf bei Trier, dröhnt der Weckruf “ Steht auf wenn ihr Schalker seid!“ aus meinem Handy. Schalke ruft! Da gibt es keine faule Ausrede. Die müden Knochen aus dem Bett und ab unter die Dusche.
Ich treffe mich mit Dirk um 6.00h am Hauptbahnhof in Trier. Heute ist ein besonderer Heimspieltag. Unsere FanClub-Kollegen liegen noch in den Federn, da der Bus erst um 11.30 nach GE fährt. Dirk und ich haben uns aber entschlossen, mit dem Zug um 6.13h nach GE zu reisen.

Wir wollen helfen!

In GE startet heute die erste Heimspiel-Unterschriftenaktion, um den Sponsor Viagogo loszuwerden.

Als ich nach dem letzten Heimspiel der Rückrunde von diesem Sponsor erfuhr, war ich entsetzt. Sowas braucht kein Schalker! Aber was sollte ich tun? Einen Redebeitrag auf der JHV einreichen?
Im Januar erfuhr ich über das Block-5 Forum von der Aktion „ViaNOgo“. Ich war Feuer und Flamme. Zwei Jungs die den Arsch hochkriegen und was unternehmen. „Gott sei Dank!“
Ruckzuck war der Kontakt hergestellt und ich informierte alle mir bekannten Schalker von der Aktion. Leider habe ich mir in meinem Aktionismus an einigen Stellen „Blaue Flecke“ geholt. Nicht jeder der Viagogo scheisse findet, wird auch aktiv. Da habe ich die ein- oder andere menschliche Enttäuschung erfahren. Schnüss abgewischt und weiter! Ich will diesen Sponsor nicht über mich ergehen lassen.

Schalker Werte darf man nicht verkaufen! Aber sie sind auch nicht käuflich!

Auf der langen Zugfahrt ist Schalke unser einziges Thema. Die Entwicklung des Vereins macht uns beiden Kummer. „Schalke war immer so besonders, so einzigartig!“ „Alles was uns ausmacht, verkommt immer mehr in der Geldmaschine!“
„Heute haben wir aber die Möglichkeit mitzuhelfen, unser Schalke zu retten!“
„Attacke! Wir kommen!“

Wir (Michl, Zelle und 20 Helfer) trafen uns um 13h. Nach einer Ansprache in der ganz klar mitgeteilt wurde, dass wir uns nicht provozieren lassen sollen und weder beleidigenden noch handgreiflich werden sollten. Wenn es Probleme gibt, gab es 2 „Notfallnummern“ Anschließend teilten wir uns in „kleine Gruppen“ und machten uns, mit Klapptisch und Flyern unterm Arm, auf die viel zu dünnen Socken! Es war arschkalt!

Wir, (Nils, Dirk und ich) wurden der Schalker Meile Gruppe zugeteilt:
Erstmal wurde das Bosch gekapert. Rein- und den Wirt gefragt, ob wir dort Unterschriften sammeln dürfen. Es muss ja alles seine Ordnung haben! Der gab lachend Grünes Licht und wir stürzten uns ins Getümmel. Jeder, der seinen Mitgliedsausweis dabei hatte, füllte uns das Formular aus. Mitglieder die keinen Ausweis zur Hand hatten, holten sich unsere Blankoformulare und versprachen, uns zu unterstützen. Ich habe gestern nur einen jungen Mann kennengelernt, dem es egal war, wie das Geld „auf Schalke“ kommt. „Ich hab ne Dauerkarte, is mir Wurscht“ war der qualifizierte Ausspruch des Herrn. Ich dachte mir: „Gut, deine Meinung!“ So klapperten wir recht erfolgreich bis um 17.30h die Schalker Meile ab.

Wir bekamen viel Zuspruch und vereinzelt auch ein „Dankeschön!“ für unsere Mühe.
In so einem Moment sind die kalten Füße schnell vergessen sind und der Stolz wärmt das Schalkerherz!

Um 17.30h trafen wir uns mit einigen anderen Helfern um gemeinsam zum Stadion zu fahren. Drei Punkte zu holen stand ja auch noch auf dem Plan!

Leider erfuhren wir von den anderen Helfern, dass einige Gruppen mit Problemen zu kämpfen hatten. Der Wachdienst und die Polizei wollten die Aktion unterbinden.

Wir wollen unserem Verein helfen. Wir sind ein Teil des Vereins und sammeln Unterschriften. Nichts weiter….nur Unterschriften!

„Herr Fürderer! Wir sind Mitglieder und lieben unseren Verein!
Keine Verbrecher, denen man Wachleute und die Polizei auf den Hals hetzt!“

Ich mache weiter, weil ich überzeugt bin, das Richtige zu tun.
Ohne Gewalt – nur mit meiner Stimme!

Glückauf aus Trier

Sandra Richter

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